Wie werde ich Papierfischchen los?

In Deutschland wurden Papierfischchen (auch Papierfische genannt) zuerst 2007 in Hamburg nachgewiesen. Seit 2017 wird über sie auch häufig in der Tagespresse berichtet. Aus Effekthascherei wird das Papierfischchen dann gerne unsachlich beschrieben, sodass man nach dem Lesen des Artikels seine Büchersammlung sofort in Sicherheit bringen möchte. Ganz so schlimm ist es nicht. Die Schadwirkung ist identisch mit der des Silberfischchens (auch Silberfisch genannt).

Welche Produkte gibt es, um Papierfischchen zu bekämpfen?

Unsere Empfehlungen gegen Papierfischchen

Wie sehen Papierfischchen aus?

Papierfischchen sind flügellose, graue bis braune meistens nachtaktive Insekten.

  • Farbe: Grau bis braun, undeutlich dunkler gefleckt, hellumsäumt
  • Form: stromlinienförmig, tropfenförmig
  • Länge/Größe: bis 15 mm
  • Merkmale: Vordere Fühler und Schwanzfäden länger als der Körper

Wo kommen Papierfischchen vor?

Da Papierfischchen weniger auf erhöhte Luftfeuchtigkeit angewiesen sind als Silberfischchen, kommen sie neben in Speisekammern, Badezimmern, Küchen und Abstellkammern auch in den Wohnräumen, also in Wohnzimmern, Kinderzimmern und Schlafzimmern vor. Sie halten sich häufig hinter senkrechten Flächen wie Bildern oder in Bücherregalen auf. Dort ernähren sie sich von Zellulose und stärkehaltigem Material (z. B. Papier und Tapetenkleister).

Unterschied Papierfischchen und Silberfischchen

Silberfischchen und Papierfischchen sind im Aussehen, in ihrer Lebensweise, im Lebensraum und in der Schadwirkung sehr ähnlich. Die Hauptunterschiede zwischen Silberfischchen und Papierfischchen liegen in ihrer Größe, der Farbe, der Länge der Körperanhänge, der Stand der seitlichen Schwanzfäden zur Körperachse und den Borsten am Körper. Diese Unterschiede können bei genauem Betrachten mit bloßem Auge gesehen werden. Auch die bevorzugte Luftfeuchtigkeit ist ein Unterscheidungsmerkmal.

 

  Silberfischchen Papierfischchen
  Silberfischchen Papierfischchen
Maximale Länge/Größe: 11 mm 15 mm
Farbe: Einfarbig; silbrig glänzend, weiß bis schwarzbraun Grau bis braun, undeutlich dunkler gefleckt, hell
umsäumt
Vordere Fühler: Kürzer als Körper Länger als Körper
Mittiger, hinterer Schwanzfaden: Viel kürzer als Körper Länger als Körper
Seitliche, hintere Schwanzfäden: Viel kürzer als Körper, schräg nach hinten gerichtet Länger als Körper, stehen fast senkrecht vom
Körper ab
Borsten: Alle Borsten einfach, keine Borstenkämme am
Hinterkörper
Borstenkämme am Hinterkörper
Bevorzugte Umgebungstemperatur: 21°C–29°C 20°C–25°C
Bevorzugte Luftfeuchtigkeit: Über 70 % 50 %–55 %

 

Sind Papierfischchen "schlimmer" als Silberfischchen?

Der verursachte Schaden unterscheidet sich bei Silberfischchen und Papierfischchen nicht. Sie ernähren sich beide von Zellulose und stärkehaltigem Material und können somit Schaden an Büchern o.ä. verursachen. Da Papierfischchen aber an ein für den Menschen normales Klima in Wohnungen angepasst sind, reicht es vorbeugend nicht aus, die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu senken, wie bei den Silberfischchen.

Woher kommen Papierfischchen? Warum gibt es auf einmal so viele?

Woher die Papierfischchen im Gebäude ursprünglich stammen, kann im Nachhinein nicht gesagt werden. Es wird angenommen, dass die Verbreitung durch den Transport von Objekten, Verpackungsmaterial, Hygieneartikeln für die Toiletten, Reinigungsmaterialien oder Baumaterialien stattfindet. Dabei befinden sich Eier, Larven und adulte Tiere in oder an den Gegenständen.

Wie kann man Papierfischchen bekämpfen? Wie werde ich Papierfischchen los?

Papierfischchen können mittels eines Kontaktinsektizids bekämpft werden. Die Bereiche um die Verstecke herum, werden im Spritzverfahren mit einer Druckspeicherspritze oder einem Aerosol (Spray) mit dem Insektizid behandelt. Dazu ist es notwendig, die Versteckmöglichkeiten vorher ausfindig gemacht zu haben.

Umweltschonender ist die Bekämpfung mit Ködern. Es handelt sich um ein Fraßgel, welches ebenfalls ein Insektizid enthält. Das Fraßgel wird in Spalten und Ritzen platziert und lockt die Insekten durch einen speziellen Geruchsstoff an. Die Tiere fressen von dem Gel und sterben davon. Wir als Schädlingsbekämpfer und Kammerjäger nutzen zum Auslegen des Köders gerne Leerköderdosen, die vor Ort befüllt werden. Der Vorteil solcher Leerköderdosen ist es, dass das Gel geschützt ausgelegt wird und nicht so schnell einstaubt.

Gute Erfolge kann man auch mit Klebefallen erzielen. Man muss nur sehr konsequent in der Anwendung sein und immer wieder "nachlegen". Ansonsten dienen die Klebefallen eher dem Monitoring, also der Kontrolle, ob eine Bekämpfung mittels Kontaktinsektizids oder Fraßgel erfolgreich war.

Quellen:

  • Alles Fischchen oder was? - DpS 2017-11 Seite 18 und 19
  • Unbekanntes Urinsekt - DpS 2018-05 Seite 11 bis 13
Geposted von Mathias Gruß am

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